Rasen

Nikolaus Fedl Montag, 27. April 2020 von Nikolaus Fedl

Ein schöner Rasen braucht Pflege

Rasen

Ein schöner Rasen braucht Pflege. Der Rasen ist meist die größte Pflanzfläche im Garten und wird, was die Pflegemaßnahmen angeht, häufig unterschätzt. Wie alle anderen Pflanzen benötigt auch der Rasen Ihre Aufmerksamkeit, um gut zu gedeihen. Dabei sollte man auf die richtige Bewässerung, Mähroutine und Düngung achten. Außerdem sollte der Rasen von Zeit zu Zeit belüftet und vertikutiert werden. Wann ist die beste Zeit für Rasen säen, mähen, düngen, vertikutieren und aerifizieren.

Rasenpflege von Frühjahr bis Herbst für einen perfekten und gesunden Rasen.

Rasenpflege im Frühjahr

Im Frühjahr kann nach dem Frost mit der Rasenpflege begonnen werden. Besonders nach dem Winter braucht der Rasen intensive Pflege. Jetzt ist die richtige Zeit zum Mähen, Vertikutieren, Düngen und Nachsäen. Der Winter hat seine Spuren hinterlassen und der Rasen braucht wieder Luft zum Atmen. Starten wir mit der Rasenpflege.

Den Rasen mähen

Die Grashalme sollten eine Höhe von ca. 6 bis 8 cm erreicht haben, um den Rasen zu mähen. (Ab ca. +10°C wächst der Rasen). Beim ersten Schnitt ist darauf zu achten die Gräser nicht zu kurz zu schneiden. Die Rasenfläche sollte außerdem frei von Laub und Ästen sein. Die Gräser sollten nicht kürzer als 4-5 cm geschnitten werden, um ein Austrocknen des Rasens zu verhindern. Ein zu kurzer Rasenschnitt kann die Wurzeln beschädigen und ist Nährboden für Unkräuter. Den ersten Rasenschnitt sollte man beim Mähen auf alle Fälle einsammeln.

Rasen vertikutieren

Die optimale Zeit für den Vertikutiervorgang ist im Frühjahr zwischen Anfang April bis Ende Mai und im Herbst zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Die Tagestemperatur sollte zwischen 15 und 20 Grad liegen.
Das Vertikutieren dient dem Belüften und Lockern des Bodens, wobei eingewachsene Flechten und Moos durch Einritzen (ca. 2mm) des Bodens der Rasenfilz aufgeritzt wird. Dies kann mit einem Vertikutierrechen oder einem Vertikutierer durchgeführt werden. Bitte darauf achten, dass nicht zu tief vertikutiert wird, um die Grasnarbe zu verletzen. Die Kahlstellen anschließend mit Rasensamen nach säen.

Rasen aerifizieren

Beim Aerifizieren werden Löcher in den Boden gedrückt. Dadurch gelangt Regenwasser schneller an das Wurzelwerk und die Wurzeln werden besser belüftet. Wer es noch optimieren möchte verteilt gleichmäßig Quarzsand über den Rasen. Dieser setzt sich in die Löcher und der gewünschte Effekt bleibt länger erhalten.

Rasen düngen

Grundsätzlich sollte man den Rasen 2 bis 3 Mal pro Jahr düngen. Dabei gibt es verschiedene Rasendünger, die zur Anwendung kommen.

Die Frühjahrsdüngung erfolgt zwischen März und Mai direkt nach dem ersten Mähen des Rasens. Die Hauptsache ist, dass der Boden nicht mehr gefroren ist und die frühlingshaften Temperaturen bereits eingesetzt haben. Zusätzlich zur Frühjahrsdüngung ist es ratsam kohlensauren Kalk (Kohlensaurer Kalk aktiviert die Bodenaktivitäten, verbessert die Wurzelaktivität und versorgt den Boden mit wichtigen Nährstoffen wie Magnesium und Calcium) einzubringen.

Beim Ausstreuen des Düngers sollten Sie auf eine regelmäßige Verteilung achten. Ein einfacher Streuwagen eignet sich bestens und kann auch für gleichmäßiges Nachsäen des Rasens eingesetzt werden. Düngen Sie Ihren Rasen nicht zu intensiv und achten Sie auf die Menge, da ansonsten der Rasen „verbrennt“.

Bitte achten Sie nach dem Düngen für ausreichend Feuchtigkeit und mähen Sie im Anschluss nicht zu kurz, damit sich der Rasen nach den Maßnahmen gut erholen und wachsen kann.

Im Frühsommer sollten Sie Ihren Rasen zum zweiten Mal düngen um ihn auf die Sommerhitze vorzubereiten.

Die dritte Düngung empfehlen wir Ihnen im Herbst. Der Herbstdünger (höherer Kalium Anteil) bereitet Ihren Rasen optimal auf die Wintermonate vor. Diese Düngung sollten Sie zwischen Ende August bis spätestens Ende Oktober einplanen. Damit sind die Gräser optimal für den Winter gerüstet und können im Frühjahr wieder eine dichte und gesunde Grünfläche bilden.

Wir empfehlen einen organischen bzw. organisch-mineralischer Langzeitrasendünger die ihre Nährstoffe kontinuierlich über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten abgeben, aber auch einen Nährstoffanteil enthalten, der sofort wirksam ist.

Wie ist ein Rasendünger aufgebaut und welche Stoffe wirken wie?

Magnesium, Kalium, Phosphor und Stickstoff sind die Hauptnährstoffe des Rasendüngers. Magnesium ist für ein sattes Grün des Rasens verantwortlich. Der Inhaltsstoff Kalium stärkt die Grashalme und sorgt für eine hohe Belastbarkeit. Phosphor fördert das Wurzelwachstum und ist der Energieträger des Düngers. Für ein gutes Wachstum ist der Stickstoff zuständig.

Der Unterschied zwischen mineralischen, organischen und organisch-mineralischen Dünger:

Organische Rasendünger bestehen aus organischen Rohstoffen wie Abfällen, die in der Lebens- und Genussmittelproduktion anfallen. Manchmal sind auch tierische Abfälle enthalten. Die recycelten Rasendünger haben große Vorteile. Sie schonen beispielsweise die Umwelt und das Grundwasser, sind dadurch gesundheitlich unbedenklich und versorgen den Rasen mit einer ausgewogenen Nährstoffzufuhr.

Mineralische Rasendünger werden aus fossilen Rohstoffen hergestellt. Das Verfahren verbraucht viel Energie, da anders als bei den organischen Rasendüngern die Nährstoffe immer wieder neu produziert und nicht recycelt werden. Die mineralischen Rasendünger liefern rasch Nährstoffe und sind unabhängig von der herrschenden Witterung einsatzbereit. Das ist der große Vorteil bei akutem Nährstoffmangel. Die Pflege des Bodens und des Bodenlebens gerät bei diesen Rasendüngern in den Hintergrund.

Eine Kombination aus beiden Rasendüngern bieten die organisch-mineralischen Rasendünger. Diese Mischform ist schonender für die Bodenqualität und bietet außerdem eine gute Nährstoffzufuhr.

Rasen nachsäen

Es ist sinnvoll nach dem Winter Rasenlöcher oder braune bzw. kahle Stellen neu anzusäen. Frischer Grassamen kann gerade nach dem Vertikutieren und Düngen gut die Lücken in Ihrer Rasenfläche schließen. Beginnen Sie mit der Aussaat erst bei konstant milden Bodentemperaturen von über 10°C. Wichtig ist es auch hier nach dem Säen die Stellen konstant feucht zu halten.

Bewässern

Bei länger anhaltender Hitze ein bis zwei Mal wöchentlich ausgiebig gießen (ca. 10 bis 15 Liter pro m²).
Das öfter Gießen mit geringeren Mengen fördert ein flaches Wurzelwachstum und fördert das Wachstum von Gräsern und Unkräutern die man nicht haben möchte, deshalb ist es besser in größeren Abständen ergiebig und ausreichend zu bewässern!

Eine schöne Gartensaison für alle Rasenfetischisten unter uns.

Text und Illustration:

Mag. Nikolaus Fedl

Garten- und Landschaftsdesigner

www.gartenplanung-fedl.at

Zusatztipp: Löwenzahn einfach entfernen

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